Familienforschung in der Schweiz

Von Peter Wälti

Wer Vorfahren in der Schweiz sucht, muss ganz andere Wege gehen als in andern Ländern üblich. Nicht der Geburts- oder Wohnort ist entscheidend für die Suche nach Lebensdaten, sondern der Heimatort der Familie, und dies auch, wenn nur ihre längst verstorbenen Vorfahren einst dort gelebt hatten.

Schweizerische Staatsangehörige unterscheiden sich von anderen Staatsbürgern unter anderem darin, dass sie zwar Bürger der Schweiz aber auch — und gefühlsmässig vor allem – Bürger ihres Heimatkantons und ihres Heimatortes sind.

Das Schweizer Bürgerrecht wird in den Artikeln 37 und 38 der schweizerischen Bundesverfassung (BV), sowie im Bürgerrechtsgesetz (BüG) geregelt.

Die Schweiz ist seit 1848 ein Bundesstaat und zählt heute 26 Kantonen. Die einzelnen Kantone verfügen über eine grosse Selbständigkeit, und ihre einstigen politischen Strukturen wirken zum Teil bis heute nach. Entsprechend ergeben sich z.B. bei den für die Familienforschung relevanten historischen Büchern und Dokumenten Unterschiede in Bezug auf deren Alter, Namen, Art, Vielfalt, Archivierung sowie den Bedingungen zu ihrer Einsichtnahme.

Immerhin wurden die Kirchenbücher (Tauf-, Ehe- und Bestattungsregister) sowie die späteren Familienregister, schweizweit nach einigermassen einheitlichen Regeln geführt. Sie unterscheiden sich vor allem in der Sprache in der sie abgefasst wurden (deutsch, französisch, italienisch, rätoromanisch, lateinisch) und in der verwendeten Schreibschrift (deutsche Schreibschrift in der deutschsprachigen Schweiz und lateinische Schreibschrift in der übrigen Schweiz und für lateinische Texte). Auch gibt es grosse Unterschiede hinsichtlich der Schreibfreudigkeit der Verfasser.


Erste Schritte zur Familienforschung in der Schweiz

Nachdem alle mündlichen Berichte, schriftlichen Überlieferungen, Fotoalben usw. der Verwandtschaft gesammelt und festgehalten sind, können Sie sich bei der Schweizerischen Nationalbibliothek (NB) in Bern über bereits veröffentlichte genealogische Arbeiten informieren. Besonders ergiebig ist die Bibliothek der ***SGFF***, welche der Schweizerischen Nationalbibliothek als Depotbibliothek übergeben wurde. Die Suche kann über den Online-Katalog Helveticat durchgeführt werden. Durch die Eingabe der Zeichenfolge '***xsgff***' ins Suchfeld kann der gesamte Bestand der SGFF-Bibliothek abgefragt werden.

Wichtige Ansprechpartner für das Auffinden bereits bestehender Familienforschungen sind die regionalen genealogischen Gesellschaften sowie die für die entsprechenden Heimatorte zuständigen Staatsarchive.

Dann beginnt das Erforschen der Lebensdaten der betreffenden Personen bzw. das Erstellen einer Stamm— oder Ahnentafel. Wer mehr über seine Vorfahren wissen will, erstellt eine Familienchronik oder eine Familiengeschichte. Als Ansprechpartner bieten sich hierzu in erster Linie die bereits erwähnten Staatsarchive an. Diese besitzen, nebst vielen historischen Dokumenten und Büchern (Kaufverträge, Erbteilungen, Gerichtsakten, Auswanderungslisten usw.), eine Sammlung mit Familienwappen und kennen Adressen von Heraldikern sowie von weiteren privat und öffentlich zugänglichen Wappensammlungen. Informationen zu Wappen bietet auch die Schweizerische Heraldische Gesellschaft.

Wichtige Aufbewahrungsorte für Archivalien mit genealogischem Inhalt bilden, nebst den Staatsarchiven, die Zivilstands— und die Grundbuchämter sowie die Kirchen—, die Stadt— und die Gemeindearchive und die Bibliotheken.

Oft besitzen auch Privatpersonen eine sogenannte «Familienkiste» mit höchst wertvollen Dokumenten. Privatpersonen sollten sich allerdings überlegen, ob ihre wertvollen Dokumente nicht in einem der genannten Archive besser aufbewahrt wären als in ihrer «Familienkiste».

Gute Hilfeleistungen zur Familienforschung in der Schweiz bietet auch die Mitgliedschaft bei der Schweizerischen Gesellschaft für Familienforschung (SGFF). Sofern der Heimatort der Testperson bekannt ist, wird sich zusätzlich die Mitgliedschaft bei der dafür zuständigen regionalen genealogischen Gesellschaft lohnen. Die erwähnten Gesellschaften bieten nebst Forscherkontakten, guten Vorträgen, Kursen und Exkursionen auch digitalisierte Angebote an, die online nicht verfügbar sind. So erfasst z.B. Alfred Imhof, ein Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Bern (GHGB), alle Ehen bis 1800, die in Berner Kirchenbüchern registriert worden sind in einer Excel-Tabelle.

Man kann die Erforschung seiner Familie auch gegen Entgelt einem Genealogen der SGFF übertragen (die Liste finden Sie hier).


Der Heimatort als Zentrum der genealogischen Aufzeichnungen

Jeder Schweizerbürger besitzt das Bürgerrecht einer Gemeinde, bekannt als Heimatort (Syn.: Bürgerort). Dies ist der Ort, wo das Familienregister geführt und jede Zivilstandsänderung eingetragen wird. Schweizerische Nachkommen erben automatisch die Heimatgemeinde ihrer Eltern, unabhängig vom Geburts- oder Wohnsitzort. Dieses Eintragungssystem erlaubt die Erstellung eines Stammbaumes über Generationen hinweg.

Das Bürgerrecht wird im Bürgerrechtsgesetz

Das schweizerische Heimatort-Prinzip ist weltweit einmalig

In der Eidgenossenschaft wurde ab Mitte des 18. Jahrhunderts den Bürgern ein Heimatort zugeordnet. In der Regel handelte es sich dabei um den Wohnort des Familienvorstandes zu diesem Zeitpunkt. Die Heimatgemeinden hatten die Pflicht, für ihre Bürger Register zu führen. Diese sogenannten „Bürgerrodel“ waren Vorläufer des heutigen Zivilstandsregisters. Der Heimatort wird seither von Gesetzes wegen durch Eheschliessung auf die Ehefrau und infolge Kindesverhältnisses auf die Nachkommen übertragen. Bei Schweizer Bürgern figuriert der Heimatort auf beinahe allen Zivilstandsdokumenten sowie im Reisepass und auf der Identitätskarte.

Andere Staaten kennen keinen Heimatort, sondern lediglich die Staatsangehörigkeit. Deren Bürger besitzen somit einzig die Staatsangehörigkeit des entsprechenden Staates und sind nicht zugleich noch Bürger einer Gemeinde oder eines Bundesstaates. In diesen Staaten ist oft der Geburtsort einer Person von besonderer Bedeutung und daher in den amtlichen Dokumenten aufgeführt.

Zum Nachweis der Schweizer Staatszugehörigkeit und der Identität kennt die Schweiz zwei Ausweisarten. Es sind dies der Schweizer Pass und die Schweizer Identitätskarte. Schweizer Staatsangehörige haben Anspruch auf einen Ausweis je Ausweisart.

Unabhängig vom Geburts— und allen weiteren Lebensorten wurden und werden die Lebensdaten aller schweizerischen Staatsangehörigen in den Personenregistern ihres Heimatortes bzw. im dafür zuständigen Zivilstandsamt eingetragen. Dies auch, wenn die gesuchte Person nie dort gelebt hat. Der Heimatort, bzw. die dort geführten Zivilstandsregister bilden somit das Zentrum zur Erfassung eines Familienverbandes. Entsprechend muss ein Familienforscher den Heimatort der zu untersuchenden Person kennen oder in der Lage sein, diesen zu ermitteln. Wenn der Heimatort einer zu untersuchenden Person bekannt ist, ist es in der der Regel möglich, diese mit Hilfe der erwähnten Register zu identifizieren und die Verwandtschaft zu weiteren Personen zu ermitteln. Die Schreibweise des Heimatortes richtet sich nach dem amtlichen Gemeindeverzeichnis der Schweiz des Bundesamtes für Statistik, gefolgt von der offiziellen Abkürzung des betreffenden Kantons.

Das Familiennamenbuch

Das «Familiennamenbuch der Schweiz» ist ein unentbehrliches Handbuch für Familienforscher und Historiker.

Das Familiennamenbuch verzeichnet alphabetisch alle Familien, die 1962 in einer schweizerischen Gemeinde das Bürgerrecht besassen. Zu den einzelnen Familien werden folgende Informationen aufgelistet: der jeweilige Bürgerort (Heimatort) und der Zeitpunkt des Bürgerrechtserwerbs sowie Herkunftsort oder Herkunftsstaat. Für einzelne Familienamen bestehen oft mehrere Heimatorte.


Zivilstandsregister

Die Erfassung der Personen- und Zivilstandsdaten der Schweizer Bürger erfolgt seit 1876 schweizweit durch die Zivilstandsämter. Seit 2005 werden alle Zivilstandsereignisse im Personenstandsregister (Infostar), an welches alle schweizerischen Zivilstandsämter angeschlossen sind, beurkundet. Die Erfassung bleibt ausschliesslich in der Zuständigkeit der Zivilstandsämter bzw. der Sonderzivilstandsämter und erfolgt, wie früher, dezentralisiert.

In der Schweiz gilt die Zugehörigkeit zu einer Gemeinde (Bürgerrecht) ebenfalls als Element des Personenstandes.

Zuständigkeit

Die Person mit Schweizer Bürgerrecht, welche eine Urkunde zum Nachweis eines in der Schweiz eingetretenen Zivilstandsergeignisses braucht (Geburt, Ehe, eingetragene Partnerschaft, Kindesanerkennung, Namensänderung, Eheauflösung, Auflösung der Partnerschaft, Feststellung und Auflösung des Kindesverhältnisses, Verschollenerklärung, Tod usw.) wendet sich an das Zivilstandsamt, welches das Ereignis beurkundet hat.

Urkunden über den Personenstand und den Familienstand (Personenstandsausweis, Familienausweis, Partnerschaftsausweis, Ausweis über den registrierten Familienstand usw.) werden durch das Zivilstandsamt am Heimatort erstellt.

Datenschutz

Infolge des in der Zivilstandsverordnung (ZStV) geregelten Datenschutzes  bestehen für die Einsicht und Verwendung der entsprechenden Personendaten besondere Regeln.

Ca. 1910 bis heute: Für nicht abgeschlossene Zivilstandsregister und solche mit Personenstandsdaten, die noch unter Datenschutz stehen, gewähren die Zivilstandsämter keine Einsicht. Auf schriftliche Anfrage erteilen sie jedoch im Rahmen der ihnen verfügbaren Zivilstandsregister und gegen Kostenfolge Auskünfte über Personenstandsdaten des Fragestellers und dessen Vorfahren in gerader Linie (Eltern, Grosseltern, Urgrosseltern usw.). Als Grundsatz gilt zudem, dass Personendaten von noch lebenden Personen stets bei diesen in Erfahrung gebracht werden müssen.

1876 bis ca. 1910: Für die Einsichtnahme in die ab 1876 bis ungefähr 1910 erstellten und abgeschlossenen Zivilstandsregister ist eine Bewilligung der Aufsichtsbehörden im Zivilstandswesen des entsprechenden Heimatkantons erforderlich. Die Details zu den von Kanton zu Kanton unterschiedlichen Bedingungen zum Erhalt einer Forscherbewilligung können bei dem für den Heimatort zuständigen Zivilstandsamt in Erfahrung gebracht werden.

Die Adressen der Schweizerischen Zivilstandskreise mit den zugehörigen Heimatorten findet man auf der Website des Bundesamtes für Justiz.

Nach Kanton unterschiedlich benannt

Spätestens ab Anfang des 19. Jahrhunderts bis 1875: In dieser Zeit wurden die Angaben der kirchlichen Ereignisregister (Tauf—, Ehe— und Bestattungsregister) ebenfalls in je nach Kanton unterschiedlich benannten Sammelregistern (auch Familien—, Haushaltsregister, Bürgerbücher, Burgerrodel usw. genannt) familienweise zusammengefasst. Für jede Familie wurde nach den damals geltenden Grundsätzen ein Registerblatt angelegt, aus dem, nebst den Lebensdaten des Ehemannes und der Ehefrau, auch deren Kinder sowie, bei Folgeblättern, die Namen ihrer Grosseltern ersichtlich sind. Diese Blätter enthalten zudem oft Verweise auf jene der verheirateten Söhne, während bei den verheirateten Töchtern jeweils mindestens der Name ihres Ehegatten und ihr neuer Heimatort eingetragen sein sollten.

Die erwähnten Register, deren familienweise festgehaltenen Personenstandsdaten manchmal bis in das 17. Jahrhundert zurückreichen (z.B. in Brienz BE), wurden — und werden zum Teil auch heute noch — am Heimatort der registrierten Familie geführt. Der Aufbewahrungsort dieser Register und die Bedingungen zu deren Einsichtnahme können bei dem für den entsprechenden Heimatort zuständigen Staatsarchiv und/oder Zivilstandsamt in Erfahrung gebracht werden.


Kirchenbücher

Ab dem 16. Jahrhundert bis 1875: Für die Führung der Kirchenbücher waren bis 1875 die Pfarrherren der einzelnen Kirchgemeinden zuständig. Als Ereignisregister enthalten diese Matrikel grundsätzlich die Lebensdaten der in der betreffenden Kirche getauften, verheirateten und bestatteten Personen. Die frühesten bis heute erhalten gebliebenen Register beginnen im Laufe des 16. Jahrhunderts. Sie enthalten anfangs meist bloss die in der betreffenden Kirchgemeinde erfolgten Taufen und Eheschliessungen, während die Totenregister vielfach erst im Laufe des 18. Jahrhunderts beginnen. Im Laufe der Zeit, spätestens jedoch ab etwa Mitte des 18. Jahrhunderts, registrierten die Pfarrherren auch die ihnen gemeldeten Personenstandsdaten der auswärts wohnenden Heimatberechtigten ihrer Kirchgemeinde. Zusätzlich enthalten diese Register mit der Zeit immer öfter auch Angaben zur Herkunft der registrierten Personen. Bis mindestens Mitte des 18. Jahrhunderts entsprechen die Herkunftsangaben der heimatberechtigten Kirchgenossen manchmal nicht ihrem Heimatort, sondern ihrem innerhalb der Kirchgemeinde liegenden Wohnort. Bei Taufen, Eheschliessungen und Bestattungen Fremder vermerkten die Pfarrherren manchmal auch anstelle ihres Heimatortes den Namen ihrer heimatlichen Kirchgemeinde. Verschiedentlich überliefern uns die Kirchenbücher auch Listen der Konfirmanden, Chroniken, Urteile der Kirchengerichte, Bemerkungen wie "heute starb Christen A., ein wüster, leider und unflätiger Mann" usw.

Die Kirchenbücher befinden sich heute meist in den Staatsarchiven, in einzelnen Kantonen (z.B. im Kanton Aargau) auch in Kirchen— oder Gemeindearchiven. Über die Quellenstandorte und die Bedingungen zu ihrer Einsicht geben die Staatsarchive gerne Auskunft.

Mikrofilm-Bestelldienst von FamilySearch

«FamilySearch» hat die weltweit grösste Sammlung von mikroverfilmten Kirchenbüchern. Diese können online über den Mikrofilm-Bestelldienst von «FamilySearch» bestellt und in einer ihrer Genealogie—Forschungsstelle eingesehen werden. Eine Kopie der verfilmten Kirchenbüchern liegt in der Regel auch im für den entsprechenden Heimatort zuständigen Staatsarchiv zur Einsicht auf.

Die mikroverfilmten Kirchenbücher des Kantons Bern sind zusätzlich digitalisiert worden und können beim Genealogie Zentrum Worb käuflich erworben werden.

Weiterführende Informationen

Die Auskunftsstelle der SGFF übernimmt selber keine Forschungsaufträge, sie erteilt jedoch gerne weiterführende Informationen.

Mitgliedern der SGFF steht zum gegenseitigen Austausch von familiengeschichtlichen Fragen die SGFF—Mailingliste zur Verfügung. Das allgemein zugängliche Diskussionsforum Geneal—Forum wendet sich an alle Ahnenforscher mit familiären Verbindungen in Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein.

Eine gute Hilfe zum Auffinden genealogischer oder familiengeschichtlicher Angaben bietet zudem Google an. Immer aber ist zu bedenken, dass Originalbelege die höchste Beweiskraft bieten und dass alles, was im Internet abrufbar ist, genau der Arbeitsqualität der uns in der Regel unbekannten Schreiber entspricht. So ist gerade bei Texten ohne Quellenangabe meist besondere Vorsicht angezeigt und der Vergleich mit Originalbelegen sehr zu empfehlen.

Wichtig ist zudem, dass man sich mit den politischen und kirchlichen Gegebenheiten des Lebensraumes seiner Vorfahren vertraut macht (Ortsgeschichte, Kantonsgeschichte, Schweizergeschichte usw.) und versucht, sich so gut wie möglich in die einstigen Lebensumstände einzufühlen. Informationen hierzu bieten beispielsweise die Historischen Vereine an. Ganz allgemein ist auch zu bedenken, dass sich die bruchstückhaften Quellen zur Geschichte unserer längst verstorbenen Ahnen bei näherem Zusehen als Zeugnisse einer Zeit erweisen, die sich von der unsern durch weit mehr als das Kostüm unterscheidet.


Familienforschung in der Schweiz — ein Überblick

  1. Erste Schritte

    Fragen Sie ältere Verwandte nach der Verwandtschaft. Erstellen Sie eine vorläufige Stamm— oder eine Ahnentafel. Lassen Sie sich Fotoalben zeigen und notieren Sie die Namen, Geburtsdaten/Todesdaten und die verwandtschaftlichen Beziehungen. Suchen Sie den letzten Schweizer Vorfahren oder Verwandten. Weiterführende Informationen zu genealogischen Hilfeleistungen, Adressen usw. finden Sie auf dieser Website.

  2. Heimatort

    Nicht der Geburtsort, sondern der Heimatort ist in der Schweiz für den Einstieg in die Familienforschung wichtig. Am Heimatort werden die Nachkommen eines Vorfahren und seine Familie registriert – bis heute. Fragen Sie deshalb ausdrücklich nach Dokumenten, die einen Hinweis auf den Heimatort Ihres Vorfahren geben (Reisepass, Heimatschein, Familienschein, Familienbüchlein, Geburtsschein, Eheschein, Dienstbüchlein usw.).

  3. Zivilstandsregister

    Für die ab ca. 1910 erstellten Zivilstandsregister gewähren die Zivilstandsämter keine Einsicht. Auf schriftliche Anfrage erteilen sie aber im Rahmen der ihnen verfügbaren Zivilstandsregister und gegen Kostenfolge Auskünfte über Personendaten des Fragestellers und dessen Vorfahren in gerader Linie (Eltern, Grosseltern, Urgrosseltern usw.). Als Grundsatz gilt zudem, dass Personendaten von noch lebenden Personen stets bei diesen in Erfahrung gebracht werden müssen.

    Für die Einsicht in die von 1876 bis ca. 1910 erstellten Zivilstandsregister ist eine Forschungsbewilligung der Aufsichtsbehörde im Zivilstandswesen des entsprechenden Heimatkantons erforderlich.

    Adressen der Zivilstandsämter sind im Internet publiziert.

  4. Familienregister

    Ungefähr ab Anfang des 19. Jahrhunderts bis 1875 gibt es, je nach Kanton, unterschiedlich benannte Verzeichnisse, die ganze Familien enthalten. Der Standort und die Bedingungen zur Einsicht in diese Verzeichnisse können bei dem für den betreffenden Heimatort zuständigen Zivilstandsamt oder dem entsprechenden kantonalen Archiv (Staatsarchiv) erfragt werden.

  5. Kirchenbücher

    Tauf—, Ehe—, und Sterberegister wurden von den Pfarrern in reformierten Gegenden ab ca. 1530 erstellt, in katholischen Gegenden meist etwas später. Die meisten sind in den Kantonsarchiven des Heimatortes (Staatsarchiv) auf Mikrofilmen (in der ursprünglichen Handschrift!) einsehbar. Seltener werden die Bücher noch im Pfarr— oder Gemeindearchiv gelagert. Die meisten Mikrofilme können auch bei FamilySearch bestellt und eingesehen werden (gegen Gebühr).

  6. Familien—Chroniken und Familien—Stammtafeln

    In den Staatsarchiven und in der Schweizerischen Nationalbibliothek werden vereinzelt auch Familien—Chroniken oder Familien—Stammtafeln aufbewahrt, die aber meist nur vor Ort angeschaut werden können.

  7. SGFF—Auskunftsstelle

    Die Auskunftsstelle der SGFF beantwortet Fragen zu Heimatorten, nennt Berufsgenealogen oder hilft Ihnen dabei, weitere Schritte zur Erforschung Ihrer Vorfahren zu finden; sie nimmt jedoch keine Forschungsaufträge entgegen.


Quellenangaben

  1. Barth, Johann H.: Genealogisch-Etymologisches Lexikon, Band 1 Deutsch. Genealogie-Service.de, Reichelsheim 2006.
  2. BFS: Nomenklaturen — Amtliches Gemeindeverzeichnis der Schweiz. Bundesamt für Statistik, Version vom 12.09.2011, im Internet publiziert, besucht am 09.12.2011.
  3. Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999, Version vom 12.09.2011, im Internet publiziert, besucht am 09.12.2011.
  4. Bürgerrecht in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 12.09.2011, im Internet publiziert, besucht am 09.12.2011.
  5. Bundesgesetz vom 29. September 1952 über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts (Bürgerrechtsgesetz, BüG), Version vom 12.09.2011, im Internet publiziert, besucht am 09.12.2011.
  6. Drosdowski, Günther [Hrsg.]: Deutsches Universalwörterbuch. Duden, Mannheim 1983.
  7. Heimatort in: Schweizerpass. Bundesamt für Migration, Version vom 12.09.2011, im Internet publiziert, besucht am 09.12.2011.
  8. Reinhard, Rolf: Die Informatisierung der Beurkundung des Personenstandes in der Schweiz und ihre Auswirkung auf die Familienforschung. Referate, EJPD 2000, im Internet publiziert, besucht am 12.09.2011.
  9. Schweizerisches Zivilgesetzbuch (ZGB) vom 10. Dezember 1907, Version vom 12.09.2011, im Internet publiziert, besucht am 09.12.2011.